Indocement schließt Paser-RDF-Deal für Zementöfen
Indocement nutzt RDF aus kommunalem Abfall in Paser: 121 t/Tag im Jahr 2023 sowie Anlagen mit 10 t/h und 5 t/h für alternative Brennstoffe.
Quelle: CemNet
PT Indocement Tunggal Prakarsa Tbk hat mit der Regierung von Paser eine Absichtserklärung unterzeichnet, RDF aus kommunalem Abfall als alternativen Brennstoff in seinen Zementaktivitäten in Indonesien zu nutzen.
Die Vereinbarung wurde am 12. Februar 2026 in Jakarta unterzeichnet, berichtet CemNet. Die Quelle bezeichnet Indocement als Teil der Heidelberg Materials Group und ordnet das Abkommen in Abfallmanagement und industrielle Energienutzung ein.
Paser überschreitet 121 t/Tag kommunalen Abfall
Die materielle Basis des Abkommens ist konkret: Paser erzeugte 2023 laut CemNet mehr als 121 t/Tag Abfall. Für einen Ofenbetreiber ist diese Zahl weniger als Bruttotonnage relevant, sondern als Frage der Aufbereitung: Feuchte, Korngröße, Chlor, Heizwert und Lieferstabilität entscheiden, wie viel RDF in das System gelangen kann, ohne den Klinker zu belasten.
Indocement nennt in der Quelle weder das jährliche RDF-Volumen noch das genaue Werk, das es einsetzen wird, noch eine thermische Substitutionsrate. Diese Lücke begrenzt jede Berechnung von vermiedenem CO₂ oder verringerter Kohle im Ofen.
Zwei Anlagen bereiten 10 t/h und 5 t/h vor
Das Abkommen nennt zwei integrierte Abfallbehandlungsanlagen: TPST Janju mit 10 t/h Kapazität und TPST Songka mit 5 t/h. Beide sollen RDF für Indocement liefern, so dieselbe Quelle.
Der indonesische Umweltminister Hanif Faisol Nurofiq war bei der Unterzeichnung anwesend, ebenso Christian Kartawijaya, President Director von Indocement, und Oey Marcos, Director des Unternehmens. Kartawijaya sagte laut CemNet, die Initiative passe zur Ausweitung umweltfreundlicher Energienutzung.
Der Knergy-Blickwinkel
RDF ersetzt fossile Brennstoffe nur, wenn der Ofen Schwankungen aufnehmen kann. Im Kalzinator unterstützt eine feine und trockene Fraktion stabile Verbrennung; am Hauptbrenner verändern Feuchte, Chlor und Asche die Flammenform und die Klinkerchemie. Lokale H₂/O₂-Injektion schafft eine schnellere Reaktionszone und verfügbaren Sauerstoff nahe am Brennstoff, was den Ausbrand heterogener Ströme verbessern kann, wenn Injektionsdesign, Mischung mit Tertiärluft und Schwefelkontrolle es zulassen. In Paser beschreiben die veröffentlichten Daten —121 t/Tag, 10 t/h und 5 t/h— potenzielles Angebot, nicht thermische Leistung. Die Betriebsfrage lautet: welche RDF-Spezifikation in den Ofen gelangt, an welchem Prozesspunkt und mit welchen Grenzen für Chlor, Feuchte und Flammenstabilität. Die Antwort wird an dauerhaftem TSR, spezifischem Wärmeverbrauch und Klinkerqualität gemessen, nicht an der Lieferankündigung.
Was Indocement noch nicht veröffentlicht hat
Die Quelle nennt kein industrielles Startdatum, keine Investition, keine jährlichen RDF-Tonnen, kein aufnehmendes Werk und keine CO₂-Minderung. Sie veröffentlicht auch nicht, ob Material aus TPST Janju und TPST Songka über den Kalzinator, den Hauptbrenner oder eine eigene Zuführlinie eintreten wird.
Dieses Detail trennt Abfallpolitik von messbarer Zementverbesserung. Das Abkommen benennt einen Input und stündliche Kapazitäten; Indocement hat weder Substitutionsrate noch Betriebsergebnisse aus der RDF-Nutzung angekündigt.